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Startseite » Aktuelles » EWFdirekt » Ausgabe 03/2005 » Reif für die Lagune? Reif für die Insel?Links zum Thema
Die größte Lagune ist die Lagoa dos Patos in Brasilien, die meistbesuchte die von Venedig. Gleich danach kommt aber das Lagunen-Erlebnisbad von Willingen. Übertrieben? Ein bisschen. Aber eins ist jedenfalls klar: Keine Lagune wächst so schnell wie die im Upland. Das liegt ganz einfach an den tausenden von Besuchern, die sommers wie winters zum Ettelsberg strömen.
28 Grad im WasserEine der größten Attraktionen ist nach wie vor die Lagune, das in Buchten geschwungene Außenbecken, weil die Badegäste hier das ganze Jahr hindurch in 28 Grad warmem Wasser plantschen können. Fast so, wie es die Natur eingerichtet hat. Denn Lagunen sind immer seichte Gewässer, durch Sanddünen oder Korallenriffe vom Meer abgetrennt. Wegen ihrer geringen Tiefe sind diese Wasserflächen besonders warm. In Willingen kommt diese Wohlfühltemperatur weniger durch die Sonne zustande als durch ein technisches Konzept, genauer gesagt durch die Eissporthalle, die schräg gegenüber an der Straße liegt.
Kalt und heißWolfgang Schlüter, einer der drei Haustechniker und zugleich auch Eismeister in der Schlittschuh-Arena, erläutert das Prinzip: „Damit das Eis stabil bleibt und nicht zu weich wird, muss es bei minus 3 Grad gehalten werden. Wie bei einem Kühlschrank entsteht beim Kühlen der Eisfläche Abwärme. Diese heiße Luft nutzen wir, um das Lagunenwasser auf 28 Grad zu erwärmen.“ Aber wie ist das bei Frosttemperaturen im Winter, wenn die Eisfläche automatisch kalt ist und die Kühlmaschinen Pause haben? „Klar, was im Sommer zu viel an Abwärme da ist, das müssten wir speichern können für den Winter. Schön wär’s!“, lacht Wolfgang Schlüter und verweist auf den Heizungskeller. „Hier schlägt das Herz unserer Energieversorgung. Diese riesigen Heizkessel und Wasserspeicher produzieren alles, was wir an Wärme für die Heizkörper und für das warme Wasser brauchen.“
EWF steuert fernDer Clou dabei: Das Einschalten der Brenner, die Regelung und Koordination mit der Abwärme vom Eisstadion – all dies läuft nicht nur automatisch, sondern sogar ferngesteuert durch die EWF-Zentrale in Korbach, wo ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst darauf achtet, dass alles im grünen Bereich bleibt. Seit 1998 besteht zwischen der EWF und der Gemeinde ein Wärmelieferungsvertrag. Dieser garantiert den Willingern Heizung und Warmwasser zu einem festgelegten Preis. Nicht der Brennstoff Erdgas ist Gegenstand der Vereinbarung, sondern das fertige Produkt Wärme.
Energiekosten so gering wie möglich„In all den Jahren perfekt, ohne eine einzige Störung. Und wenn mal irgendeine Unregelmäßigkeit auftritt, haben die das an ihren Bildschirmen in Korbach wahrscheinlich schon lange im Vorfeld registriert, bevor wir hier etwas davon merken“, sagt Uwe Theiß, der als Leiter für den Erfolg und reibungslosen Betrieb der Kurbetriebe verantwortlich ist. Um die Energiekosten so niedrig wie möglich zu halten, hat er neben der Wärmelieferung weitere Maßnahmen mit der EWF abgestimmt, vor allem eine besondere Zeitregelung für die Kühlmaschinen in der Eissporthalle. Diese werden mittags von 12 bis 13 Uhr ausgeschaltet. Das ist die so genannte Starklastzeit, wenn bei landesweit höchstem Stromverbrauch die Kilowattstunde am teuersten ist. Keine schlechte Idee: Dadurch sinken die Stromkosten, ohne dass auch gleich das Eis schmilzt. Dem Kurbetrieb erlaubt dies günstige Eintrittspreise auch für das Lagunenbad. Die Besucherzahlen steigen jedenfalls weiter – Venedig muss aufpassen… |
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