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Startseite » Aktuelles » EWFdirekt » Ausgabe 03/2005 » Schwerpunkt Energiepreise Preise im SteilflugLinks zum Thema
Energie wird teurer – das ist das Resultat der weltweit steigenden Nachfrage nach dem knappen Gut. Zweieinhalb Milliarden Menschen kurbeln ihre Wirtschaft an. Die Staaten in Fernost, allen voran Indien und China, verzeichnen zweistellige Wachstumsraten in jedem Jahr. Das frisst Energie. Folgerichtig stieg der Primärenergieverbrauch weltweit im vergangenen Jahr um 4,3 Prozent. Erdöl wies eine Steigerungsrate von 3,4 Prozent auf – allein in China 900.000 Fass pro Tag –, der Erdgasverbrauch stieg um 3,3 Prozent und der Verbrauch an Kohle, mit der hierzulande noch immer beinahe die Hälfte des Stroms produziert wird, legte sogar um 6,3 Prozentpunkte zu. Importpreise explodierenEnergie steht aber nicht unbegrenzt zur Verfügung – und selbst wenn es so wäre, könnten die Förder-, Raffinerie- und Transportkapazitäten nicht über Nacht ausgebaut werden, um den weltweit sprunghaft steigenden Bedarf zu decken. Die Folge: Die Preise steigen. Und das drastisch. Rohöl kostete Anfang des Jahres 2004 noch 182 Euro pro Tonne, im Mai 2005 bereits 273 Euro. Der Grenzübergangspreis für Erdgas stieg im gleichen Zeitraum von 3.154 Euro je Terrajoule auf 4.107 Euro, nach Berechnungen des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle eine Steigerung von 30,9 Prozent. Der Preis für Kraftwerkskohle kletterte von 40 Euro je Tonne 2003 auf 65 Euro im ersten Quartal 2005. Steigerung republikweitDiese rasante Preissteigerung muss sich irgendwann in den Verbraucherpreisen niederschlagen. Kein noch so rentabel wirtschaftendes Energieversorgungsunternehmen kann beim Erdgas eine Erhöhung seiner Einkaufspreise um ein Drittel verkraften, ohne seine Kunden daran zu beteiligen. Und so steigen in allen Regionen Deutschlands die Energiepreise – unisono bei Heizöl, Erdgas, Kohle und Strom. Dass sich die Steigerungsraten beim Erdgas noch vergleichsweise moderat nach oben entwickeln, liegt an einer speziellen Preisbildungsvereinbarung. Die sieht vor, dass der Heizöl-Durchschnittspreis der letzten sechs Monate als Basis für die Berechnung des Erdgaspreises herangezogen wird. Die Preissprünge fallen daher bei Erdgas geringer aus (siehe Grafik). Erdgas kontra Heizöl
Milliarden an den FiskusWürde sich der Staat zurückhalten, sähe es beim Erdgas gar nicht so schlimm aus. Satte 4,2 Milliarden Euro, hat der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft ausgerechnet, flossen 2004 in die Säckel der öffentlichen Hand. Der Rahm, den der Fiskus abschöpft, macht 30 Prozent des Verbraucherpreises für Erdgas aus. Der Staatsanteil stieg damit seit 1990 um exorbitante 280 Prozent. Eine Entspannung auf den Energiemärkten ist derzeit nicht in Sicht. Experten gehen davon aus, dass der weltweite Energiekonsum bis ins Jahr 2030 noch um 60 Prozent steigen wird (EWI/Prognos), er kann aber auch noch mehr in die Höhe klettern. Bei konstanten Förderleistungen bedeutet das in den nächsten Jahren mindestens ein konstant hohes Preisniveau bei allen Energieträgern, wenn nicht weitere Steigerungen erfolgen. Marktbeobachter schließen daher Preise beim Rohöl von 120 Dollar je Barrel nicht aus, das wäre mehr als das Doppelte des heute ohnehin schon hohen Preises. Einziges Mittel: SparenStrategien dagegen gibt es wenige – außer Energie einzusparen. Jeder Haushalt kann das selbst in die Hand nehmen: Ein umfassende Modernisierung reduziert den Energieverbrauch um drei Viertel, schon eine neue Heizung spart bis zu 30 Prozent Energiekosten. Auch ohne Sanierung bieten sich Möglichkeiten: Eine Absenkung der Raumtemperatur um nur 1 Grad bedeutet allein schon 6 Prozent weniger Energieverbrauch. Energiepreise explodierenErdgas (Grenzübergangspreise)
Erdöl
Kohle
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