Leitfaden für den Anschluss einer Erzeugungsanlage an das Netz der EWF

Sie planen den Anschluss einer Erzeugungsanlage (z.B. Photovoltaikanlage, Windenergieanlage, Biomasseanlage) an das Stromnetz der EWF GmbH. Um Ihnen den Anschluss Ihrer Erzeugungsanlage so einfach wie möglich zu gestalten, stellen wir Ihnen nachfolgend die Arbeitsschritte von der Anfrage bis zur Inbetriebnahme Ihrer Anlage dar. Für die Beantragung sollten Sie die Unterstützung Ihres Planungsbüros oder eines Vertragsinstallationsunternehmens in Anspruch nehmen.

  • 1. Anmeldeverfahren

    Um Ihre Netzanschlussanfrage bearbeiten zu können, benötigen wir nachfolgend aufgeführte Informationen und Unterlagen von Ihnen. Die entsprechenden Formulare finden Sie im Downloadbereich. Bitte beachten Sie, dass unvollständige oder unleserliche Anträge zu unnötigen Verzögerungen führen.

    Erforderliche Unterlagen

    • Vollständig ausgefülltes "Antragsformular für Erzeugungsanlagen"

    • Vollständig ausgefülltes Anmeldeformular mit Unterschrift des Anlagenbetreibers und des Elektrofachbetriebs

    • Lageplan, aus dem die Bezeichnung und die Grenzen des Grundstücks sowie der Aufstellungsort der Erzeugungsanlage hervorgehen. Bereits vorhandene Erzeugungsanlagen auf dem Grundstück sind gesondert zu kennzeichnen.

    • Datenblatt mit den technischen Daten der Erzeugungsanlage (Niederspannung: "Datenblatt für Erzeugungsanlagen" der VDE-AR-N 4105; Mittelspannung: "Datenblatt einer Erzeugungsanlage-Mittelspannung" der BDEW-Richtlinie "Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz")

    • Übersichtsschaltplan der gesamten elektrischen Anlage mit den Daten der eingesetzten Betriebsmittel in einpoliger Darstellung. Sofern bereits Mittelspannungskomponenten vorhanden sind, benötigen wir Angaben über mittelspannungsseitige Leitungsverbindungen, Schaltanlagen, Transformatoren, ein Übersichtsbild des Schutzes der Erzeugungsanlage mit Einstellwerten und eine Darstellung der Erfassung von Messgrößen und Schaltgeräten, auf welche der Schutz wirkt.

    • Für jede Erzeugungseinheit einen Konformitätsnachweis sowie den dazugehörigen Prüfbericht (Anhang F.3 und F.5 der VDE-AR-N 4105). Bei PV-Anlagen handelt es sich bei der Erzeugungseinheit um den Wechselrichter.

    • Beschreibung der Schutzeinrichtungen und einen Konformitätsnachweis für den Netz- und Anlagenschutz sowie den dazugehörigen Prüfbericht (Anlagen F.4 und F.6 der VDE-AR-N 4105)

    • Bei mittelspannungsseitigem Netzverknüpfungspunkt: Nachweis der elektrischen Eigenschaften durch Zertifizierung entsprechend Kapitel 6 der technischen Richtlinie des BDEW "Erzeugungsanlagen am Mittelspannungsnetz".

    • Bei Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 kWp: Die vom Anlagenbetreiber unterschriebene Erklärung "Nachweis der technischen Vorgaben gemäß § 9 Abs. 1 Nr. 1 und Abs. 2 EEG 2014".

    • Das vom Anlagenbetreiber unterschriebene Auftragsformular für Betrieb und Wartung des Tonfrequenzrundsteuerempfängers bzw. des GPRS-Modems.

    • Den vom Anlagenbetreiber unterschriebenen Auftrag zur Netzverträglichkeitsprüfung für Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung > 30 k.

  • 2. Netzverträglichkeitsprüfung

    Um den technisch und gesamtwirtschaftlich günstigsten Netzverknüpfungspunkt für die geplante Anlage zu lokalisieren, ist vorab eine Netzverträglichkeitsprüfung unter Berücksichtigung der örtlichen Netzstruktur erforderlich. Hierfür müssen alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. Erst mit Abschluss der Netzverträglichkeitsprüfung kann eine verbindliche Aussage über den Verknüpfungspunkt getroffen werden. 

  • 3. Ergebnisbekanntgabe der Netzverträglichkeitsprüfung

    Die Bearbeitung erfolgt in einem Zeitraum von maximal 8 Wochen ab vollständigem Eingang aller erforderlichen Unterlagen und einem uns vorliegenden unterschriebenen Auftrag zur Netzverträglichkeitsprüfung.

  • 4. Einspeisemanagement

    Die EWF GmbH realisiert das Einspeisemanagement für Erzeugungsanlagen mit einer installierten Leistung größer 100 kW mit Hilfe eines GPRS-Modems. Nach Eingang des Auftrages zu Einbau, Betrieb und Wartung des GPRS-Modems werden wir uns mit Ihnen in Verbindung setzen und gemeinsam mit Ihrem Installateur einen Termin für den Einbau des Modems vereinbaren.

    Das Einspeisemanagement für Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 0 - 100 kW realisiert die EWF GmbH mit Hilfe eines Tonfrequenzrundsteuerempfängers. Der Rundsteuerempfänger wird innerhalb von 6 Wochen nach Auftragseingang zur Abholung in folgenden Betriebsstellen

    • EWF-Hauptverwaltung in Korbach, Arolser Landstraße 27

    • Betriebsverwaltung in Bad Arolsen, Bahnhofstraße 98

    • Betriebsverwaltung in Bad Wildungen, Laustraße 1

    • Betriebsverwaltung in Volkmarsen, Arolser Straße 1

    bereitgestellt.

    Nähere Informationen zu den technischen Mindestanforderungen für das Einspeisemanagement finden Sie unter Einspeisemanagement von EEG- und KWKG-Anlagen.

  • 5. Inbetriebnahme

    Für die Inbetriebsetzung sind folgende Formulare notwendig:

    Die Inbetriebsetzung einer Erzeugungsanlage ohne Zustimmung des Netzbetreibers kann die Sicherheit des Netzbetriebes und die Spannungsqualität im Netz gefährden und ist nicht zulässig. Zwischen Anlagenerrichter und Netzbetreiber sind der Termin der Inbetriebsetzung der Erzeugungsanlage und der Termin des erstmaligen Parallelbetriebes mit dem Versorgungsnetz und des Zählereinbaus abzustimmen.

    Die Inbetriebsetzung der Erzeugungsanlage nimmt der Anlagenerrichter vor. Netzbetreiber und Anlagenbetreiber stimmen ab, ob hierzu die Anwesenheit des Netzbetreibers erforderlich ist. Der Netzbetreiber entscheidet, ob zum ersten Netzparallelbetrieb der Erzeugungsanlage seine Anwesenheit erforderlich ist.

    Über die lnbetriebsetzung ist durch den Anlagenerrichter ein Inbetriebsetzungsprotokoll anzufertigen. Darauf ist vom Anlagenerrichter zu bestätigen, dass die Erzeugungsanlage nach den technischen Anschlussbedingungen der VDE-Anwendungsregel AR-N 4105 errichtet wurde. Das ausgefüllte Inbetriebsetzungsprotokoll ist gemeinsam mit der Inbetriebsetzungsanzeige und der Bestätigung zur Inbetriebsetzung des Einspeisemanagements dem zuständigen Mitarbeiter des Netzbetreibers auszuhändigen.

    Bei der Inbetriebsetzung der Erzeugungsanlage ist wie folgt vorzugehen:

    • Besichtigung der Anlage;

    • Vergleich des Anlagenaufbaus mit der Planungsvorgabe;

    • Vergleich des Aufbaus der Abrechnungsmessung mit den vertraglichen und technischen Vorgaben;

    • Durchführen einer Anlaufkontrolle der Zähler für Lieferung und ggf. Bezug;

    • Überprüfung der Zu- und Abschaltung der externen Blindstrom-Kompensationsanlage mit der zugehörigen Erzeugungsanlage (wenn vorhanden);

    • Überprüfung der technischen Einrichtung zur Reduzierung der Einspeiseleistung.

    Im Falle des zentralen NA-Schutzes ist weiterhin zur Prüfung des Auslösekreises "NA-Schutz - Kuppelschalter" vom Anlagenerrichter ein Auslösetest vorzunehmen. Der zentrale NA-Schutz verfügt dazu über eine Prüftaste, deren Betätigung den Kuppelschalter auslöst. Am Kuppelschalter muss die Auslösung visualisiert sein.

    Sowohl zentraler als auch integrierter NA-Schutz sind nach der Inbetriebsetzung der Erzeugungsanlage zu plombieren oder mit einem Passwortschutz zu versehen.

  • 6. Formulare und technische Richtlinien

    Die entsprechenden Formulare finden Sie unter Downloads. Kostenfreie technische Richtlinien sind unter TAB-Strom veröffentlicht.