Information zum Notfallplan Gas

08.08.2022

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23.06.2022 die Alarmstufe des Notfallplans Gas ausgerufen. Derzeit besteht kein Gasmangel und die Gaslieferanten der EWF liefern die vereinbarten Gasmengen zu den vertraglich festgelegten Preisen und Konditionen. Die Lieferverpflichtungen an die EWF werden derzeit in vollem Umfang erfüllt.

Die Bundesregierung hat sich am 4. August auf eine Gas-Umlage geeinigt, die ab 1. Oktober als neuer Preisbestandteil eingeführt werden soll. Die Gas-Umlage soll dazu dienen, den Import von Gas nach Deutschland abzusichern.

Warum ist die Gas-Umlage notwendig?

Gas-Importeure müssen bereits jetzt fehlende Liefermengen aus Russland kompensieren und zu deutlich höheren Preisen Gas am Markt nachkaufen (sogenannter Spotmarkt). Die hohen Preise gefährden die Handlungsfähigkeit der Unternehmen. Ein Zusammenbruch des Gas-Imports hätte negative Auswirkungen auf die Strom- und Gasversorgung.

Was bedeutet die Einführung der Gas-Umlage für die Region?

Die Einführung einer Gas-Umlage führt zu deutlich steigenden Energiekosten in allen Bereichen. Die EWF wird die Umlage weitergeben müssen. Das gilt auch für die Versorgung von Privatkunden, die ab Oktober vor allem beim Gas mit höheren Preisen rechnen müssen.

Was kann die EWF tun?

Das Unternehmen EWF kann das aktuelle Marktgeschehen nicht beeinflussen. Auch in der eigenen langfristigen Beschaffung sind die höheren Strom- und Gaspreise mittlerweile zu spüren. Ein Großteil der benötigten Gasmengen für unsere Kunden wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren zu günstigeren Preisen beschafft. Dennoch wird die EWF aufgrund der fortdauernd hohen Preise bei Strom und Gas ebenfalls gezwungen sein, die eigenen Mehrkosten in gewissem Umfang ebenfalls weiterzugeben.

Aufruf zum Energiesparen

Um die finanziellen Belastungen vor allem aus der Gas-Umlage abzufedern, ruft die EWF allgemein dazu auf, Energie zu sparen und Maßnahmen zu treffen, um die Energieeffizienz der Heizung für den Herbst und Winter zu erhöhen. Dazu zählt beispielsweise die regelmäßige Wartung und Überprüfung der Heizung durch einen Installateur, mit dem dann auch weitere Maßnahmen besprochen werden können. Auch die Optimierung des Warmwasserverbrauchs kann dazu beitragen den Gasverbrauch zu senken.

Zusätzlich sollte auch der Stromverbrauch analysiert werden – beispielsweise durch einen Vergleich des eigenen Stromverbrauchs mit Durchschnittsverbräuchen. Sollte der Stromverbrauch besonders hoch ausfallen, können einzelne Geräte Zuhause mit einem Strommessgerät überprüft werden.

In den Kundenzentren der EWF erhalten Kunden kostenfrei ein leicht zu bedienendes Strommessgerät für die Dauer von 1 bis 2 Wochen. Damit kann zum Beispiel der Verbrauch von Kühlschränken überprüft werden. Anhand der beiliegenden EWF-Broschüre können Verbrauch dann einschätzen, ob die eigene Ausstattung mehr Strom benötigt als vergleichbare Geräte.

Zusammenfassung der Lage

  • Derzeit gilt in Deutschland die Alarmstufe. Die Bundesregierung hat sich auf eine Gas-Umlage geeinigt, die ab dem 1. Oktober als neuer Preisbestandteil eingeführt werden soll.
  • Zusätzlich soll eine Umlage eingeführt werden, die die Mehrkosten zur Befüllung der Erdgasspeicher abdecken soll. Derzeit sind die Gasspeicher zu etwa 70 Prozent gefüllt. Bis November sollen die Gasspeicher einen Speicherstand von 95 Prozent erreichen. Deshalb sind weitere Anstrengungen notwendig, um einerseits mehr Gas aus anderen Ländern zu importieren und andererseits die Energieeffizienz weiter zu optimieren.
  • Während der Alarmstufe werden alle Kunden ohne Einschränkungen weiterhin mit Gas beliefert.
  • Erst bei einer Ausrufung der Notfallstufe als dritte Stufe des Notfallplans Gas, kann es zu Einschränkungen der Gasversorgung kommen. Der Notfallplan Gas sieht vor, dass dann nichtgeschützte Kunden ihren Gasverbrauch auf Anweisung der Bundesnetzagentur reduzieren müssen. Diese Regelung gilt nicht für geschützte Kunden!

Wer zählt zu den geschützten Kunden?

Auch bei Inkrafttreten der dritten Stufe des Notfallplans Gas gehören neben Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor allem Privathaushalte, kleine Handwerksbetriebe, Gewerbe und Dienstleistungsunternehmen, deren Verbrauch nur einmal jährlich abgerechnet wird (sog. Standardlastprofil-Kunden), zu den geschützten Kunden.

Weitere Informationen zum Thema:

Weitere Informationen zum Notfallplan Gas sind hier zu finden: FAQ des BMWK zum Notfallplan Gas