Korbach unter Strom
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Mit der Rammelsmühle begann vor 132 Jahren die Elektrifizierung.
Korbach schrieb sich noch „Corbach“ im Jahr 1891. Die Stadt zählte 2500 Einwohner und hatte ein Problem bei Dunkelheit: „Am Abend, wenn weder Stern noch Mond leuchtet, sieht man gar nichts … Waldeck ist 100 Jahre hinter der übrigen Welt zurück und Corbach 50 Jahre hinter Waldeck“, spottete damals der Waldecksche Anzeiger. Weil auch die Bevölkerung murrte, beschloss der Gemeinderat, endlich künstliches Licht einzuführen. Und das mit einem großen Wurf: Nicht Leuchten mit Petroleum oder Kokereigas, sondern elektrische Glühlampen sollten die Straßen erhellen.
Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 2-2025 unseres Kundenmagazins.
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Interview mit Rainer Ueberson
Wie kam es dazu, dass Sie die Mühle, mit der die Elektrifizierung in Korbach begonnen hat, damals erworben haben?
Wir haben erst ein Gebäude gekauft und später das Turbinenhaus, in dem damals 1893 an der Itter Strom erzeugt wurde. Bevor wir es erworben haben, wurde die Mühle vom Vorbesitzer jedoch nur für den reinen Eigenbedarf im Inselbetrieb genutzt. Das haben wir geändert und die Technik erneuert, damit die Anlage wieder für den ursprünglichen Zweck genutzt werden kann, Strom ins Netz einzuspeisen.
Was hat sich technisch geändert?
Neue Steuerung, neue Generatoren etc. Mittlerweile betreiben wir schon den 3 Generator. Allerdings ist die Turbine noch genau die gleiche, die 1908 eingebaut wurde. Diese läuft seit fast 117 Jahren und treibt den Generator an. Die Leistung des an der Turbine angeschlossenen Generators beträgt heute bis zu 22 kW. Das hängt aber sehr stark davon ab, wie viel Wasser die Itter führt.
An unserem Standort friert die Itter im Winter nicht ein, weil wir nah an der Quelle liegen. Das Wasser ist nie kälter als 4 Grad. Damit ist ein zuverlässiger Betrieb das gesamte Jahr über möglich.
Wie wichtig ist die nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung?
Die Anlage geht über die reine Stromerzeugung hinaus. Wir fahren jetzt seit fünf Jahren mit einem Elektroauto und können das Fahrzeug dank unseres Wasserkraftwerks laden. Zusätzlich betreiben wir nun auch seit 14 Jahren eine Wärmepumpe – bzw. eine Wasser-Wasser-Wärmpumpe, wobei wir das Wasser der Itter nicht nur für die Stromerzeugung, sondern auch als Wärmequelle nutzen können. Das bietet also viele Vorteile. Es ist ein Gesamtkonzept. Im Winter und in der Übergangszeit, wenn es stärker regnet, erzeugen wir natürlich mehr Strom. Das kommt auch dem Betrieb der Wärmepumpe zugute.
Wie sehen Sie den Beginn der Elektrifizierung, die an diesem Standort durch den Betreiber Fritz Müller für Korbach angestoßen wurde?
Als Fritz Müller damit begann hier die Stromversorgung für Korbach aufzubauen, musste er viel Überzeugungsarbeit leisten. Es war sicherlich nicht einfach. Es ging nicht so wie heute darum, in der Mühle Strom für den Eigenverbrauch zu erzeugen, sondern Strom nach Korbach zu liefern. Es musste dafür Abnehmer finden. Heute ist die dezentrale Energieversorgung wieder wichtig, wobei ein größerer Schwerpunkt der Eigenverbrauch.